Der Befund – und seine Ursachen

Welch Überraschung, welch Fassungslosigkeit, welch Entsetzen! Der neue Armutsbericht der Bundesregierung  erscheint und zeigt: In den letzten Jahren sind die Reichen reicher und die Armen ärmer geworden. In der folgenden Graphik habe ich mir die Zahlen aus der Süddeutschen genommen (blaue Balken, für das erste bis fünfte und das sechste bis neunte Dezil jeweils summiert) und mir erlaubt, die Anteile zu schätzen, welche die Einzeldezile daran haben.

Nettogesamtvermögen nach Haushaltsdezilen, geschätzt nach dem Armutsbericht der Bundesregierung

All jene, von denen man das erwartet, schreien auf und protestieren, und die Opposition holt ihre bewährten Forderungen nach Vermögenssteuer und Mindestlohn hervor. Letzteres ein Irrläufer, der auf dem unausrottbaren marxistischen Irrtum beruht, der gesellschaftliche Gegenpol zu den Lohnempfängern wären die Unternehmer. Nein, sind sie nicht, nein, die haben das Geld auch nicht. Aber lassen wir das. Die Wirrlehren des Marxismus sind schlimmer als der Riesenbärenklau oder die Brennnessel.

Weniger überraschend als für die mediale Öffentlichkeit ist die Meldung für jeden, der diese nicht mehr taufrische Graphik kennt:

Zinslasten und -erträge im Jahr 2000 nach Helmut Creutz

Gezeigt sind Zinszahlungen, -einkünfte und –salden der Haushalte nach eben jenen Dezilen, die auch im Armutsbericht eingeteilt werden. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Die innere Dynamik der Graphik sollte klar sein.

Unklar bleibt nur, warum eine Theorie (denn eine solche steckt hinter der Graphik), welche zutreffende Vorhersagen über die Wirtschaftsentwicklung macht, akademisch hartnäckig ignoriert wird, wohingegen eine Theorie, die eher nicht so gut trifft („Wachstum, Wachstum, Wachstum! Das Wachstum wird immer weiter gehen, und allen geht es immer besser!“), weiterhin die sogenannte Wirtschaftswissenschaft beherrscht. Die Herren Kuhn und Feyerabend hätten dazu sicherlich viel zu sagen gehabt, aber selbst die beiden hätten sich das so schlimm, glaube ich, nicht vorgestellt.

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