Was wir nicht wissen sollen

Gegen den Vorwurf, die öffentliche Meinung zu manipulieren, indem missliebige Meldungen verschwiegen werden („Lückenpresse“), wehren sich die tonangebenden Medien vorwiegend auf zweierlei Weise: erstens, indem sie die Vorwürfe pauschal als rechtspopulistisch diskreditieren („Lügenpresse“, „Verschwörungstheorie“). Und zweitens, indem sie, wo es möglich ist, nachweisen, dass über die angeblich verschwiegenen Vorkommnisse doch berichtet worden ist.

Was die erste Verteidigungsstrategie angeht: Schauen Sie sich um! Es dürfte im kognitiven Raum nicht leicht sein, rechtem Denken ferner zu stehen als die Beiträge dieses Blogs.

Und gegen die zweite Strategie hilft nur Dokumentation. Darum trage ich hier einige außenpolitische Meldungen zusammen, denen nur gemeinsam ist, dass sie der vorherrschenden Dämonisierung Russlands widersprechen. Lauter Meldungen, von denen wir offenkundig nichts wissen sollen – wie eine einfache Google-Suche beweist.

 

  1. Die tödlichen Schüsse auf dem Maidan in Kiew kamen nicht von Regierungsseite, sondern aus den Reihen der Opposition

Die Aufklärung der Morde während der Proteste auf dem Maidan geht auffällig schleppend voran. Auf kritischen Medien liest man in Abständen, dass unterschiedliche investigative Stellen zu dem Schluss gekommen seien, die tödlichen Schüsse müssten von rechtsradikalen Kämpfern aus der Opposition abgegeben worden seien. Wie ich gerade auf Telepolis las, bestätigt sich diese Version seit ungefähr einem Jahr durch die Identifizierung von Tätern. In dieser Woche, am 17.11., kamen drei weitere hinzu: Italienische Reporter fanden drei Georgier, die zugaben, auf dem Maidan gemordet zu haben, und die „erano in contatti con ufficiali e militari americani“ – im Kontakt mit amerikanischen Offiziellen und Militärs waren.

Eine Google-Suche nach „Maidan Georgier Schüsse“, begrenzt auf die letzte Woche, bringt nur ein Dutzend Funde, davon keiner in einem großen Medium.

 

  1. Die US-geführte Koalition verantwortet in Syrien mehr zivile Tote als Russland

Dies stand bei Le Monde zu lesen – immerhin eine der beiden größten Zeitungen Frankreichs. Der Militärexperte Michel Goya analysierte darin am 13.9.2017, warum das russische Militär in Syrien so erfolgreich ist, und kam u.a. auch auf die zivilen Opferzahlen zu sprechen. Russische Bomben töteten nach seinen Informationen zwischen 4000 und 5400 Zivilisten, die Bomben der (übrigens völlig völkerrechtswidrig in Syrien agierenden) US-Koalition zwischen 5300 und 8200: http://www.lemonde.fr/proche-orient/article/2017/09/13/pourquoi-l-intervention-militaire-russe-en-syrie-est-un-succes_5185235_3218.html#ul7SwLm0VvrwTfB6.99

Und das, obwohl Russland dreimal so viele Einsätze flog.

Eine Google-Suche nach „Michel Goya“ Syrien“ auf Deutsch liefert Treffer bei Telepolis (woher ich diese Meldung habe), den Nachdenkseiten, Sputnik und einer Reihe kritischer Blogs. Keinen einzigen bei einem führenden deutschen Medium.

Michel Goya bezieht sich auf Zahlen der Seite airwars.org, wo die Toten der Luftbombardements in Libyen, Syrien und im Irak gezählt werden. Eine Google-Suche nach „airwars.org“ auf Deutsch liefert ebenfalls erstaunlich wenige Treffer bei großen Medien, obwohl es sich um eine der wenigen unabhängigen, journalistischen und mithin glaubwürdigen Informationsstellen zum syrischen Krieg handelt.

 

  1. Die USA und die kurdischen Truppen haben in Syrien mehrere Hundert schwer bewaffnete IS-Kämpfer aus Rakka abziehen lassen.

Dies geschah Mitte Oktober. Mindestens 250 Kämpfer mit ihren Familien, darunter zahlreiche ausländische IS-Mitglieder, und etliche gesuchte Anführer, verließen Rakka unbehelligt mitsamt tonnenweise Waffen, und konnten in die Türkei oder die noch umkämpften Gebiete Syriens gelangen. Berichtet wurde dieses Vorkommnis am 13. November vom BBC. Es war ein großes Thema auch im Independent und im Guardian.

Aber in Deutschland griffen – neben den üblichen kritischen Netzseiten – nur der Tagesspiegel und der Standard die Meldung auf, wie eine Google-Suche zeigt.

Soweit fürs Erste. Weltpolitik ist ja eigentlich nicht Kernthema dieses Blogs. Aber diese kleine Sammlung musste einfach raus. Mein Gedächtnis ist dafür kein zuverlässiger Aufbewahrungsort.

 

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Das schöpferische Gehirn

Heute morgen habe ich ein kleines Paket von der Post abgeholt. Darin befanden sich die Belegexemplare meines ersten gedruckten Buches (mein erstes ebook gibt es hier):

„Das schöpferische Gehirn.

Auf der Suche nach der Kreativität – eine Fahndung in sieben Tagen“

Springer-Verlag

ISBN 978-3-662-54661-1

19,99€

Bitte kauft, lest und empfehlt es. Es ist gut.

500 Jahre Trump

Der Weltgeist beweist stets aufs Neue seinen ironischen Sinn für zeitliche Fügungen. Im selben Jahr, in dem die Einen das fünfhundertste Jubiläum der Reformation feiern, beklagen die . . . nun ja, auch die Einen den Beginn der US-Präsidentschaft Donald Trumps. Die Schnittmenge aus den beiden Gruppen dürfte jedenfalls recht groß sein, sind doch Reformationsjubel ebenso wie Trump-Bashing beide mainstreamkompatibel. Die evangelische Kirche hat diesen Doppelstandpunkt sehr klar gemacht, als sie Barack Obama als Redner zum Kirchentag eingeladen hat. (Hier alles, was dazu zu sagen ist.)

Ironisch ist das deswegen, weil man Trump seinen Sexismus, seine Wissenschaftsfeindlichkeit, seinen angeblichen Antisemitismus, sein reaktionäres, antisoziales Poltern und Zwitschern vorwirft. Und zugleich Luther seinen Sexismus, seine Wissenschaftsfeindlichkeit, seinen Antisemitismus und sein reaktionäres, antisoziales Poltern großzügig nachsieht.

Die beiden Medienmenschen – der Flugblattschreiber Luther und der Twitterer Trump – sind einander so ähnlich wie Zwillinge. In einer weiteren glücklichen Fügung nutzt der Weltgeist in der aktuellen Ausgabe von Gehirn&Geist just die Beispiele Luther und Trump, um die Grenzen psychologischer Ferndiagnosen aufzuzeigen. Trotzdem enthält sich der Autor nicht eines Versuchs, die Persönlichkeit jedes der beiden zu quantifizieren. Luther: hohe Offenheit für Neues, hohe Extraversion, geringe Verträglichkeit, vermutlich einiger Neurotizismus und gute Gewissenhaftigkeit. Trump: hohe Offenheit für Neues, hohe Extraversion, geringe Verträglichkeit . . .

Kostproben gefällig? Ich war versucht, mal wieder ein kleines Quiz daraus zu machen: Wer hat’s gesagt? Aber Luther – unleugbare Sprachbegabung hin oder her – konnte kein Englisch, darum wäre das witzlos gewesen. Außerdem kennen wir Trumps Auslassungen zur Genüge. Daher hier zum Abgleich ein wenig echter Luther (größtenteils von hier):

 

Sexismus

„Darum hat die Maid ihr Punzlein, daß es dem Mann ein Heilmittel bringe.“ (englische Übersetzung: „Grab them by the pussy!“)

„Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden.“

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“

„Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen.“

„Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“

 

Wissenschaftsfeindlichkeit

„Es ward gedacht eines neuen Atrologi [Kopernikus], der wollte beweisen, daß die Erde bewegt würde und umginge, nicht der Himmel oder das Firmament, Sonne und Monde; gleich als wenn einer auf einem Wagen oder einem Schiffe sitzt und bewegt wird, meinete, er säße still und ruhete, das Erdreich und die Bäume gingen um und bewegten sich … Der Narr will die ganze Kunst Astronomiae umkehren. Aber wie die heilige Schrift anzeigt, so hieß Josua die Sonne still stehen, und nicht das Erdreich.“ (Den Plakatspruch „Reformation heißt, die Welt zu hinterfragen“ kann man bei Kenntnis dieses Zitats getrost als kontrafaktisch abtun.)

 

Antisemitismus

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien […] ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“

„Wenn ein Dieb zehn Gülden stiehlet, so muß er henken; raubet er auf der Straßen, so ist der Kopf verloren. Aber ein Jüde, wenn er zehn Tunne Goldes stiehlet und raubet durch seinen Wucher, so ist er lieber denn Gott selbs.“

„Wenn ich einen Juden taufe, will ich ihn an die Elbbrücken führen, einen Stein um den Hals hängen, ihn hinabstoßen und sagen: Ich taufe dich im Namen Abrahams“

 

Antisoziales, reaktionäres Poltern

„Armut ist in der Stadt groß, aber die Faulheit viel größer.“

„Der Esel will Schläge haben, und der Pöbel will mit Gewalt regiert sein. Das wusste Gott wohl; drum gab er der Obrigkeit nicht einen Fuchsschwanz, sondern ein Schwert in die Hand.“

„Und es ist besser, wenn ihm [dem Pöbel] die Tyrannen hundertmal Unrecht tun, als dass sie dem Tyrannen einmal unrecht tun. Denn weil ja das Unrecht gelitten werden muss, so ist vorzuziehen, durch die Obrigkeit zu leiden, als dass die Obrigkeit durch die Untertanen zu leiden hat.“

„Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tollen Hund totschlagen muß: schlägst du [ihn] nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir.“

„Prediger sind die allergrößten Totschläger. Denn sie ermahnen die Obrigkeit, dass sie entschlossen ihres Amtes walte und die Schädlinge bestrafe. Ich habe im Aufruhr alle Bauern erschlagen; all ihr Blut ist auf meinem Hals. Aber ich schiebe es auf unseren Herrgott; der hat mir befohlen, solches zu reden…“

Die Diversität der Grauen

Im umfangreichen und bewundernswürdigen Werk von Ursula K. LeGuin – Fantasy- und Science Fiction-Schriftstellerin, Anarchistin, Feministin – steht ein schmaler Roman aus dem Jahr 1971 ganz für sich allein: „The Lathe of Heaven“ („Die Geißel des Himmels“) In dieser Dystopie geht es um einen Protagonisten, dessen Träume die beunruhigende Eigenschaft haben, Wirklichkeit zu werden. Er gerät unter den Einfluss eines Psychiaters, der diese Fähigkeit dazu benutzen will, die Welt zu verbessern, indem er ihm eingibt, welche drängenden Probleme im Traum gelöst werden sollen. Aber wie es mit dämonischen Gaben so ist: Sie erweisen sich stets als Danaergeschenk. In einer Nacht sollen die Träume das Problem der Überbevölkerung von sieben Milliarden Menschen lösen. Als der Protagonist am nächsten Morgen erwacht, hat sich die Weltgeschichte geändert: Vor einigen Jahren hat eine Seuche sechs Milliarden Menschen dahingerafft. Niemand weiß, dass die Geschichte noch einen Abend zuvor anders ausgesehen hatte. Nur der Protagonist lebt fortan mit der Schuld, sechs Milliarden Menschen ermordet zu haben.

Ein weiteres Problem ist der Rassismus. Auch dessen Lösung lässt der Psychiater seinen Schützling träumen. Wie kann erreicht werden, dass Menschen nicht mehr aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden?

Am nächsten Morgen haben alle Menschen eine einheitlich graue Hautfarbe.

 

Wie wir damit umgehen, dass Menschen verschieden sind, wird gerade wieder intensiv diskutiert. Ein aktueller Anlass ist die Entlassung des Programmierers James Damore durch Google. Damore hatte in einem nur für die interne Verbreitung gedachten Diskussionsbeitrag (hier der Originaltext) die sogenannte „Diversitäts“-Politik von Google kritisiert. Kurz zusammengefasst findet er: Dass weniger Frauen als Männer bei Google arbeiten, liege wahrscheinlich daran, dass Frauen im Durchschnitt andere Fähigkeiten und Interessen haben als Männer. Der sinnvollste Umgang damit sei, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die diese Geschlechtsunterschiede berücksichtigen.

Damore wurde achtkant rausgeworfen, weil eine grob verkürzte, von jemand anderem an die Öffentlichkeit geleakte Version seines Textes als sexistisch gelesen wurde und einen Shitstorm entfachte. Es geht mir hier und jetzt nicht in erster Linie darum, zu entscheiden, ob Damores Überlegungen sexistisch sind. Einige kluge Leute verneinen das, andere kluge Leute argumentieren weiterhin dafür.

Mich interessiert die etwas grundsätzlichere Frage, welche verschiedenen Vorstellungen von „Diversität“, von Vielfalt, und damit auch von Toleranz hier aufeinanderprallen.

Für Google meint „Diversität“ anscheinend soviel wie: Die Angestellten sollten einen repräsentativen Querschnitt der Gesamtgesellschaft darstellen, im Hinblick auf das, was man als ihre biologischen Charakteristika zusammenfassen könnte: Es sollten angemessen viele Männer und Frauen, Schwarze, Asiaten, Weiße und Latinos, Homo- und Heterosexuelle, Gesunde und Behinderte etc. darunter sein.

Damit steht Google nicht allein. SpiegelOnline sieht das anscheinend ähnlich. In einem kürzlich erschienenen Artikel fordert Barbara Hans wortreich mehr Vielfalt in den Redaktionen und zeigt dabei, was sie mit Vielfalt meint: mehr Frauen, mehr Schwule, mehr Lesben, mehr Arbeiterkinder. Was sie ziemlich deutlich nicht meint, ist: mehr unterschiedliche Weltsichten, Überzeugungen, Meinungen, Denkweisen.

Diesbezüglich aber herrscht in allen großen Redaktionen eine gewaltige Einfalt. Da hilft es nichts, wenn die Redakteure äußerlich bunt sind, wenn im Inneren das Einheitsgrau gewollt ist: klare Bekenntnisse zur transatlantischen „Partnerschaft“, zur neoliberalen Ideologie, zur Agenda 2010, zu Kriegseinsätzen, zur Russophobie . . . Wenn eine lesbische schwarze Arbeitertochter dasselbe denkt und schreibt wie der ältere weiße Familienvater von Adel, besteht „Vielfalt“ nur im Äußeren.

Ebenso wie bei Google. Und wer anders denkt, fliegt.

Wohlgemerkt: James Damore hat nichts Verwerfliches geschrieben. Er hat niemanden verleumdet, er hat nicht zu Mord und Rassenhass aufgerufen, nicht Hitler oder den KKK, ja, nicht einmal Trump verherrlicht. Er hat nur seine eigenen Fakten zusammengesucht und daraus eigene Schlüsse gezogen. Er hat – so nennt man das – nachgedacht. Vielleicht oberflächlich, vielleicht fehlerhaft. Wer wirft den ersten Stein?

Für Google und seine Apologeten ebenso wie für Barbara Hans besteht die Lösung für das Problem, dass Menschen verschieden sind, darin, so zu tun, als wären sie es nicht. Sie sehen alle Menschen grau. Äußerlich mögen sie Männer und Frauen, Schwarze, Weiße und Latinos sein: Innerlich haben sie gefälligst alle dieselben Fähigkeiten, Neigungen und Überzeugungen mitzubringen. „Diversitäts“-Politik besteht anscheinend darin, dass auch jede Frau und jeder Asiat so behandelt wird, als wären sie ein weißer Mann. Inwiefern ein solches Vorgehen tolerant und nicht sexistisch sein soll, erschließt sich mir nicht ganz.

Der Fehler liegt offensichtlich schon darin, Vielfalt überhaupt als Problem zu sehen. Menschen sind verschieden. In ihrer Biologie – und das ist wunderschön. Aber auch in ihren Ansichten, Lebenserfahrungen, Werten, Denkweisen. Es gibt auch eine Vielfalt des Denkens.

Wer das nicht nutzt, ja, nicht einmal erträgt, der wird schwerlich kreative Software schreiben. Oder gute Artikel.

Im Land der Skipetaren

Den diesjährigen Familiensommerurlaub verbrachten wir in Albanien. Da sich dieses schöne Land in einer unbeachteten Ecke des Balkans versteckt und als Reiseland daher gerne übersehen wird, möchte ich hier ganz knapp ein paar Eindrücke schildern.

Zur Auflockerung gibt’s ein paar Photos dazu. Aber wirklich nur zur Auflockerung. Es sind nur schlechte Schlauphonbildchen ohne sonderlichen Wert.

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Gar nicht so wild

Hierzulande assoziiert man Albanien mit Karl Mays Räuberpistolen von Kara Ben Nemsi, mit der Blutrache, die in den Bergdörfern noch immer geübt wird, mit Mafia und vielleicht noch dem Kosovokrieg. „Da wollt Ihr hinfahren?“ fragten vorher besorgte Freunde. „Ist das nicht furchtbar arm, schmutzig und kriminell?“

Selbstverständlich ist Albanien arm. Viele Wohnblöcke in Tirana könnten mal eine Grundsanierung gebrauchen, unweit des touristisch beliebten Ohridsees findet man Bauernkaten ohne Strom und fließend Wasser, und durch die Strandrestaurants ziehen morgens und abends Bettler. Also ungefähr so wie in Magdeburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Der große Unterschied liegt darin, dass sich Albanien nicht arm anfühlt. Ich hatte im Gegenteil das Gefühl von einem aufstrebenden Land. Viele Häuser auch auf dem Land sind neu und gut gebaut, die Straßen sind gut (viel besser als z.B. in Rumänien, durch das wir uns letzten Sommer geschoben haben), die bei weitem meisten Menschen sind gutgekleidet und wirken zufrieden. Der zentrale Skanderbegplatz in Tirana ist soeben erst mit viel Geschmack und Geld hergerichtet worden; anstelle eines Busbahnhofs ist er nun eine riesige Fußgängerzone, gepflastert mit Steinen aus dem ganzen Land, die von Wasser überspült werden, und mit charakteristischen Bäumen aus ganz Albanien bepflanzt. Tirana ist, architektonisch betrachtet, keine schöne Stadt. Aber man kann sich dort wohlfühlen.

Frappant ist die ungeheure Dichte an Autos von Mercedes-Benz. Gelegentlich haben wir an Ampeln oder auf Parkplätzen gezählt. Die Quote war bei ungefähr 50%. Darunter etliche S-Klassen. Zumindest im Raum Tirana muss es eine Menge wohlhabender Leute geben. Andererseits wird die Mercedes-Quote natürlich durch diejenigen Leute nicht gesenkt, die sich gar kein Auto leisten können.

Die anderen beiden Vorurteile gegen Albanien – schmutzig und kriminell – können wir nicht bestätigen. Die Strände sind sauber, die Straßen gepflegt. Und wir haben uns selten in einem südlichen Reiseland so sicher und unbehelligt gefühlt. Kein Verkäufer oder Taxifahrer bedrängt einen! Aufdringlicher als ein gelegentliches, zurückhaltendes „You need taxi?“ wird es nicht, und dann genügt ein höfliches „Nein“, um Ruhe zu haben. Was für ein Kontrast etwa zur Türkei! In den Läden kann man die Ware betrachten und vergleichen, ohne ständig bequatscht zu werden, Und die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, was Geld und Wertgegenstände betrifft, empfand ich als völlig hinreichend. Wir haben keinen Versuch bemerkt, uns zu bestehlen, und sind auch nie übers Ohr gehauen worden.

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Bunt und offen

Pauschal gilt Albanien als muslimisches Land, und auch das prägt natürlich die Erwartungen. Und auch diese Erwartungen werden von der Erfahrung konterkariert. Hysterische Islamophobiker, denen vor der Vorstellung graut, dass der Anteil von Muslimen in Deutschland bedeutende Ausmaße erreichen könnte, sollten mal Urlaub in Albanien machen. Dort beträgt der Anteil von Muslimen über 50%, und wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Religion spielt im öffentlichen Leben kaum eine Rolle. Moscheen wie Kirchen sind eher dünn gesät. Nicht nur der Reiseführer, auch Einheimische erzählten uns, dass konfessionsübergreifende Ehen gang und gäbe sind. Auf den Straßen sieht man eher weniger verschleierte Frauen als in Weimar, von einer westdeutschen Großstadt ganz zu schweigen.

Auch sprachlich ist es übrigens bunt. Albanisch ist nicht gerade eine zugängliche Sprache, und so bin ich über ein paar Brocken nicht hinausgekommen und musste auf die Sprachkenntnisse der Einheimischen vertrauen. In touristischen Gegenden können Viele Englisch – aber manche auch nicht. Dann hilft bisweilen Italienisch weiter. Aber unsere Wirtinnen im ersten Hotel waren auf einem türkischen College gewesen und sprachen daher auch fast fließend Türkisch. Straßenhändler haben dagegen eine Neigung, Preise auf Russisch zu nennen. Wie sagte schon Heinz Erhard: „Wie nützlich ist es dann und wann, wenn man ‘ne fremde Sprache kann.“

Dajti-Panorama

Und sonst

Interessant fand ich den Autofahrstil. Albaner fahren natürlich mediterran-chaotisch. Aber dabei weder so aggressiv wie etwa die Malteser, noch und schon gar nicht so zuvorkommend wie die Nord- und Mitteleuropäer. Sondern . . . aufmerksam und autonom. Wer sich sein Recht nimmt, wird respektiert. Wer das nicht tut, ist eine arme Sau. Nie, nie, niemals würde ein Albaner am Zebrastreifen einfach anhalten, wenn dort jemand steht. Der Fußgänger muss losgehen und das Auto zum Bremsen zwingen. Das tut es dann auch ohne Mucken. Dasselbe gilt für das Einfädeln, Linksabbiegen usw.. Wenn man sich daran gewöhnt hat, funktioniert es ganz gut.

Albanisches Essen ist nicht bemerkenswert. Fleisch oder Fisch wird gebraten, dazu gibt es Sättigungsbeilage und evtl. Salat. Nur in dem sehr, sehr empfehlenswerten Restaurant „Dajti Ballkonu“ über Tirana gibt es eine Auswahl albanischer Spezialitäten, meist gut gewürzter Eintöpfe, die verraten, dass albanische Köche auch mehr können.

Und gelegentlich habe ich dort im Urlaub ein wenig gedichtet. Die Ergebnisse werde ich hier in den nächsten Tagen präsentieren.

Faleminderit dhe mirupafshim!

Egal, wer dahinter steckt.

Dies ist ein Leserbrief, den ich soeben an den Herausgeber der Nachdenkseiten geschickt habe.

Lieber Herr Müller,

etwas verspätet kommt hier noch ein Leserbrief zu Ihrem Beitrag vom 25. April, in dem es darum ging, wer hinter der Machtfülle der Neoliberalen und Transatlantiker steckt. Die meisten Leserbriefschreiber scheinen das für eine sinnvolle und wichtige Frage zu halten. Bei allem Respekt vor Ihnen und Ihrer Arbeit an den Nachdenkseiten, deren täglicher Leser ich bin: Da bin ich anderer Ansicht.

Seitdem ich mit anderen über die Ursachen für die wirtschaftlichen und politischen Probleme auf der Welt diskutiere, treffe ich immer wieder auf die Unterstellung, dort müsse eine böse Absicht dahinter stecken. Und von da ist es nur ein kleiner Schritt, bis eine Verschwörung gewittert wird. Ich halte das weder für hilfreich noch für einleuchtend.

Sparsamer als die Erklärung durch Bosheit (jedenfalls mehr Bosheit, als der Mensch unstreitig sowieso in sich trägt) ist es, die Beharrungskraft des Kapitalismus einfach durch Dummheit zu erklären. Dummheit und eine schier unbegrenzte Autoritätsgläubigkeit, die man auch bei durchaus intelligenten Menschen finden kann. Ich habe selbst mit Leuten diskutiert – intelligenten Menschen guten Willens –, welche die neoliberale und antirussische Propaganda tatsächlich für bare Münze nehmen. Seitdem halte ich es für möglich, dass auch die Propagandaschreiber in den Medien gutwillig und aus ihrer eigenen Sicht ehrlich sind. Die meisten Menschen wollen glauben, dass im Prinzip alles in Ordnung sei. Die meisten Menschen wollen den Status quo nicht grundsätzlich infrage stellen. – Das ist die eine Voraussetzung, die es den Vertretern der Machteliten so leicht macht, Machtelite zu bleiben.

Die zweite Erklärung steckt darin, dass Ihre Antwort auf die Frage nach den „interessierten Kreisen“, die hinter Kriegen, Neoliberalismus und gleichlautenden Medien stecken, im Grunde tautologisch ist. Sie besagt doch eigentlich nur: „Mächtige haben Macht, und sie nutzen diese Macht, um ihre Macht zu bewahren.“ Ergänzt um den Gesichtspunkt, dass nichts soviel Macht verleiht wie Geld, lässt sich der übermächtige Einfluss, den Banken, Rüstungskonzerne und Oligarchen auf unsere Politik nehmen, damit vollständig erklären. Oder?

Zusätzlich bösen Willen anzunehmen, trägt zum Verständnis nichts bei. Und es nützt auch nichts. Was wäre denn gewonnen, wenn wir den geheimen Zirkel der „wirklich Mächtigen“ Mann für Mann mit Namen benennen könnten? Erstens würde uns doch niemand glauben, egal wie gut die Beweise wären. Und zweitens: Was dann? Revolution? An die Laterne hängen? Im Ernst? Und dann?

Dann würde ihre Stelle nur von anderen eingenommen. Und die würden, wie Christian Osthold in dem Focus-Beitrag, den Sie kürzlich dankenswerterweise verlinkt haben, richtig feststellt, ihre Macht mit denselben Methoden konsolidieren.

Darum bringt es nach meiner Überzeugung nichts, sich auf die wirklich oder vermeintlich Mächtigen zu konzentrieren. Macht kann nicht durch Gegenmacht überwunden werden, sondern nur dadurch, dass man sie auflöst. Wir müssen daran arbeiten, die Machtstrukturen, wo immer es geht, durch basisdemokratische Strukturen zu ersetzen. Dann werden auch die „interessierten Kreise“ ihre Macht verlieren – egal, wer sie sind.

Tatsachenliebe

Über Wissenschaft, Wirtschaft und Sprache

Von Peter Finke

[Eine Bemerkung von mir vorab: Übermorgen marschieren in vielen deutschen Städten, auch in Jena, Kollegen und Wissenschaftsinteressierte beim sogenannten „March for Science„. Nun bin ich sicherlich der Letzte, der etwas gegen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn hat. Dennoch befällt mich bei diesem seltsam ziellosen Marsch ein gewisses Unwohlsein, und nicht nur mich (s. auch hier). Kurz gesagt befremdet mich diese kritiklose Affirmation, die ich in der Initiative spüre. Ich war schon drauf und dran, hier etwas dazu zu schreiben, als mir Peter Finke seinen tief bohrenden Artikel dazu anbot. Danke, und Vorhang auf!]

Was ist eigentlich eine Tatsache? Wenn auf der Kreuzung nebenan zwei Autos kollidieren, kann man zwar ohne Worte auf diese und das Ereignis zeigen, nicht aber auf die damit verbundene Tatsache. Denn diese besteht nicht nur aus Dingen oder Ereignissen, sondern benötigt immer auch eine sprachliche Formulierung. Wir müssen einen Satz bemühen, um uns auf eine Tatsache zu beziehen, mithin eine Sprache. Und davon gibt es viele, großenteils höchst unterschiedliche. Deshalb ist es oft auch ein Problem, ob zwei Sätze in verschiedenen Sprachen wirklich die gleiche Tatsache zum Ausdruck bringen.

Nun ist es zweifellos richtig, sich dafür zu engagieren, dass Tatsachen ernst genommen und das schändliche Spiel von Trump und seiner „Beraterin“ Conway mit Lügen und „Fake News“ in aller Deutlichkeit an den Pranger gestellt werden. Wer nach dem Motto „America first!“ zum Beispiel die Forschungsergebnisse zum Klimawandel einfach leugnet, wird seiner Pflicht als Staatsmann und Erdretter nicht gerecht. Wer ihn so berät, dass man zwischen wirklichen und nur behaupteten Tatsachen, ja Lügen, keine scharfe Unterscheidung mehr soll treffen können, klärt nicht auf, sondern untergräbt Wirklichkeit.

Deshalb ist der für den 22. April geplante „March for Science“, der die Bedeutung von Wahrheit und Macht für die Wissenschaft wieder zurecht rücken soll, eine gute Sache. Dennoch sollte man sich von einer ernsthaften Initiative eine differenzierte Begründung erwarten, die auch einen kritischen Blick auf die Realitäten der Wissenschaft einschließt. Die Organisatoren jenes „Marsches“ machen es sich freilich zu einfach. Das beginnt bei der Wahl einer solchen Gleichschrittmetapher mit militärischem Anklang für eine ganz und gar zivile Sache. Schon Oster- und Friedensmarschierer würden ihrer wichtigen Sache dienen, wenn sie die kriegerischen Marsch-Assoziationen als hinderlich erkennen und künftig beiseite ließen. Die Wissenschaft aber ist leider nicht der unbedingte Garant für Tatsachentreue. Sie sollte es sein, das ist aber etwas anderes. Die Unterscheidung von Ideal und Wirklichkeit wird leider häufig nicht so ernst genommen, wie sie es verdient. Es wäre schön, wenn sich Wissenschaftler immer an den Tatsachen orientieren würden, aber tun sie das? Ich sehe, dass kenntnisreiche, ehrenamtlich forschende Amateure auf ihrem Gebiet sehr oft zuverlässigere Liebhaber der Tatsachen sind als in Fachstudien zu Spezialisten ausgebildete Berufswissenschaftler, die für ihre Forschung bezahlt werden.

Die Sache hat zwei Hauptaspekte: einen ökonomischen und einen linguistischen. Die Frage, aus welchen Quellen das Geld stammt, das Berufsforscher erhalten, war noch nie so aktuell wie heute. In einer Zeit, in der die überwiegend aus Wirtschaft und Industrie fließenden Drittmittel quantitativ inzwischen die Steuermittel des Staates überholt haben, ist die Tatsachenqualität der publizierten Resultate keine Selbstverständlichkeit mehr. Sie ist es umso weniger, als unbefristete Stellen selten geworden sind und sich die meisten Forscher von einem Auftrag zum nächsten hangeln müssen, gerade auch wenn sie jung sind. Häufiger, als es uns lieb sein kann, stehen sie bei Ablieferung ihrer Ergebnisse vor der Frage abzuwägen, wie man die gefundenen Sachverhalte formulieren soll, wenn sie die Chance auf Anschlussaufträge nicht verlieren sollen. Es gibt leider viel zu viele Beispiele dafür, dass Einschränkungen gemacht, Teilergebnisse ausgelassen, Kommata verrutscht, Rücksichten genommen, Formulierungen geschönt worden sind, als dass man die naive Gleichung „Wissenschaft = unbedingte Tatsachentreue“ noch ernst nehmen könnte.

Die Abhängigkeit der institutionalisierten Wissenschaft von ihren Geldquellen führt für viele abhängig gewordene, nicht mehr wirklich freie Wissenschaftler zu einer früher ungeahnten Unsicherheit im Umgang mit der Darstellung der Resultate. Es findet sich freilich kaum ein Repräsentant unseres Wissenschaftssystems, ob Hochschullehrer oder Bildungspolitiker, der jenes Abhängigkeitsdilemma als ernsthaftes Problem der Verfasstheit der heutigen Wissenschaft anzuerkennen bereit ist; fast alle tun es als Persönlichkeitsproblem ab. Aber geht es tatsächlich nur um eine Serie bedauerlicher Einzelfälle psychisch instabiler Forscherindividuen? Hat es nicht doch etwas mit dem Wandel des Systems zu tun, das wir uns heute als Wissenschaftssystem leisten?

Unsere Universitäten sind spätestens seit der erheblich von ökonomischen Überlegungen inspirierten „Bologna-Reform“ zu Dienstleistern der Drittmittelgeber gemacht worden; ihre Leitung sollte sogar eine unternehmerische Qualität bekommen, Dozenten wurden zu Produktanbietern, Studierende zu „Kunden“ degradiert: ein Unding, wenn man das Grundgesetzwort von der Freiheit der Wissenschaft wirklich noch ernst nimmt. Die Bildungspolitiker Europas haben sich dabei parteiübergreifend wie brave Helfer des stärkeren Nachbarsystems Wirtschaft benommen. Und es ist erst wenige Jahre her, dass in Deutschland Akademiepräsidenten, die selbst eine Karriere in der Pharmaindustrie gemacht haben, vor zuviel Bürgerbeteiligung bei der Wissenschaft gewarnt haben; ihnen war sicher bewusst warum. In einer Demokratie aber kann sich selbst die Wissenschaft nicht leisten, sich auf Dauer außerhalb der offenen Gesellschaft zu stellen. Karl Popper wusste, wovon er sprach, als er „The Open Society and its Enemies“ schrieb.

Nein, die Organisatoren jenes „Marsches“ reden an den Problemen vorbei, so sehr auch ihre Motive ehren- und unterstützenswert sind. Auch sie sparen sich die nötige Wissenschaftskritik, ohne die es heute nicht mehr geht, wenn die Wissenschaft selbst das Thema ist. Dies macht das Problem komplexer, aber zur Tatsachenliebe gehört das dazu. Die Organisatoren verstecken sich hinter dem Ideal, wie sie überhaupt pauschal und falsch „die Wissenschaft“ mit der Berufswissenschaft identifizieren. Nicht nur die fragwürdige Marschmetapher zeigt, dass hier etwas mit der heißen Nadel gestrickt worden ist, sondern auch die Tatsache, dass man nonchalant Englisch redet, weil das angeblich heute die internationale Sprache par excellence und damit auch die Sprache der Wissenschaft ist.

Gibt es auf unserer vielsprachigen Erde wirklich eine internationale Sprache? Und ist dies ausgerechnet das Englische? Ist nicht gerade die tatsachenliebende Wissenschaft aufgerufen, aus der Vielsprachigkeit dieser Welt eine Pflicht zu kognitiver Differenzierung abzuleiten, auch wenn dies  die Kommunikation erst einmal erschwert? Die englische Sprache hat nicht das internationale Gewicht erlangt, welches sie heute besitzt, weil sie die Tatsachen kulturneutral am besten zum Ausdruck brächte und deshalb die perfekte Wissenschaftssprache wäre, sondern aus politischen und ökonomischen Machtgründen. Deshalb haben wir eine wirkliche Globalisierung noch nicht erreicht; sie funktioniert nur vielsprachig. Der Anlass, dass Liebhaber der Wissenschaft und der Tatsachen dieses wahrnehmen, wäre gegeben. Es ist ein doppelter: ein ökonomischer und ein linguistischer. Mit Leisetreterei durch Verschweigen ist niemandem geholfen.

Deshalb muss man darauf hoffen, dass die unbezahlt forschenden Personen in den verschiedensten Ländern, die reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, sich im Verbund mit einigen verbliebenen kritischen Beobachtern der wissenschaftlichen Entwicklung aufraffen, die komplexere Problematik der wirklichen Tatsachenliebe zu verteidigen und zugleich die hiermit offenbar bei vielen ihrer institutionengebundenen Kollegen oft verbundene linguistische und ökonomische Naivität infrage zu stellen. Es wäre zu wünschen, dass diese auch beim Protestmarsch der Wissenschaftler durchbrochen und angeprangert wird. Denn auch diese verbreitete Naivität macht die Vereinfachungen und Lügen der Trumps allererst möglich.