Angenommen . . . nur angenommen . . . alle Wirklichkeit wäre kulturabhängig . . .

„Wenn unsere Vorstellungen von der Wirklichkeit sich ändern, ändert sich dann auch die Wirklichkeit?“ Michael Ende

Zuletzt habe ich den Gedanken in den Raum gestellt, dass sich die Wahrheiten der Medizin von Mensch zu Mensch unterscheiden könnten. Dass Gedankengebäude der Heilung, die für den Einen funktionieren, beim Anderen versagen. Dass es die Medizin folglich nicht geben könnte.

Heute will ich diesen Gedanken weiter spinnen.

Wieder zwei Anekdoten zu Beginn:

 

Ich habe einen lieben alten Freund, der ist Anarchosyndikalist. Also Vertreter jener Spielart des Anarchismus, der aus der klassischen proletarischen Gewerkschaftsbewegung kommt und daher ideologische Nähe zum Kommunismus pflegt. Folglich ist sein Weltbild in vielen Punkten klassisch links geprägt. Dazu gehören selbstverständlich der Atheismus, der Materialismus, und die sich daraus ergebende Ablehnung alles Übersinnlichen / Spirituellen / Esoterischen.

Dieser Freund erzählte mir vor Jahren eine Geschichte, die ihm wiederum eine mexikanische Genossin berichtet hatte. Auch sie: links, materialistisch, gebildet. Als sie zum Dia de los Muertos bei Verwandten zu Besuch war, war sie daher entrüstet, dass diese dem uralten Aberglauben huldigten und kostbares Essen (mit dem man doch die Armen hätte speisen können!) auf dem Hausaltar für die Toten aufstellten. Ihre Vorhaltungen fruchteten allerdings nichts; das Essen wurde vom Familientisch abgezweigt und hingestellt.

Doch aus Trotz ging sie – so erzählte sie es selbst meinem Freund, und der erzählte es mir – in der Nacht, als alle anderen schliefen, und nahm von der Speise, die auf dem Hausaltar kalt geworden war. Es war ein Portion von derselben Mahlzeit, die sie selbst zu Abend genossen hatte, kräftig und scharf mexikanisch gewürzt.

Aber die Portion, die für die Toten bereitgestellt worden war, hatte keinen Geschmack mehr. Fad war sie. Wie Wasser.

 

Die Quelle für die zweite Anekdote ist um Größenordnungen weniger verlässlich. Dafür illustriert sie aber den Punkt, zum dem ich letztlich führen will.

Vor mehr als 35 Jahren brach ein junges Pärchen aus Köln per Motorrad zu einer Tour nach Japan auf, die sie letztlich 16 Jahre lang durch die ganze Welt führen würde. Ich hörte sie ungefähr Ende 2000 bei einer Diashow in Bielefeld und kaufte, beeindruckt von der Schilderung des Abenteuers, das Buch. Mehrfach haben die Beiden ihre Motorräder zu Raddampfern umgebaut; sie sind damit den Yukon und den Amazonas hinabgefahren; in Honduras sind sie äußerst knapp Mordbanden entgangen; in China sind sie illegal herumgefahren, haben mit der Polizei Haschen gespielt und sich von einem General persönlich nach Hongkong abschieben lassen – und das sind nur die Erlebnisse, die mir Jahre später noch in Erinnerung geblieben sind. Sechzehn Jahre voller Abenteuer, eine Fahrt über alle Kontinente, genügend Geschichten zu erzählen für ein Leben.

Und mitten darin folgende: Er fährt im Süden Afrikas – ich glaube, es war Namibia – alleine (das könnte wichtig sein!) durch die Wüste zu einer Schlucht. In der Nähe begegnet er Ureinwohnern, setzt sich mit ihnen hin, teilt ihr Essen. Und kommuniziert – so sagt er – über Telepathie.

 

Zwei Anekdoten, und wieder hat fast jeder schon ähnliche gehört: von Geistersichtungen, Wunderheilungen, wahrgewordenen Prophezeiungen, außersinnlichen Wahrnehmungen, Telekinese, etc..

Zugleich aber haben alle diese Berichte auch eines gemeinsam: Sie haben sich nie unter kontrollierten Bedingungen wiederholen lassen. Seit Jahrzehnten erforschen Institute paranormale Phänomene: mit äußerst mageren Ergebnissen. Ebenso lange steht James Randis Eine-Million-Dollar-Herausforderung, doch noch niemandem ist es gelungen, ihn von paranormalen Fähigkeiten zu überzeugen und damit die Million einzusacken.

Dieses Schicksal teilen sie mit alternativen Ansätzen der Heilung: Homöopathie und Osteopathie mögen Einzelnen durchaus helfen. Aber in wissenschaftlicher Gesamtschau funktionieren sie schlicht: Nicht.

Man könnte diese Diskrepanz leicht abtun. Zufälle passieren. Menschen machen sich wichtig. Die Wahrnehmung lässt sich täuschen.

Aber warum sollte eine ideologisch gefestigte Genossin sich eine Geschichte ausdenken, die ihre eigene Weltsicht infrage stellt? Warum sollte sich jemand, der wahrlich genug zu erzählen hat, mit einer esoterischen Spinnerei lächerlich machen? Und warum gibt es solche Anekdoten immer wieder?

Ich möchte eine andere Erklärung dafür anbieten, warum sich paranormale Phänomene vor Zeugen niemals wiederholen lassen:

Vielleicht ist die Wirklichkeit kulturell bestimmt. Und zwar in noch viel grundlegenderer Weise, als soziologisch kundige Menschen es sowieso für selbstverständlich halten.

Denn dass unsere soziale Wirklichkeit – unsere Wahrnehmung von Menschen, Akzeptanz von Regeln, Definition von Normalität etc. – sozial determiniert sind, ist heutzutage trivial. Vielleicht aber geht die Macht kultureller Übereinkunft noch weiter. Vielleicht ist in der physikalischen Welt das Mögliche und Wirkliche dadurch bestimmt, was Menschen gemeinsam glauben.

Wenn also Menschen sich gemeinsam eine Wirklichkeit konstruieren, in welcher die Toten den Geschmack aus den Speisen saugen: dann geschieht das so. Wenn sie eine Wirklichkeit konstruieren, in der Telepathie möglich ist: dann ist sie das. Die Naturgesetze sind danach nicht (völlig) unabhängig vom kulturellen Einfluss.

Warum aber lassen sich diese Wirklichkeiten anderer Kulturen nicht objektiv beobachten? Warum sind sie aus unserer Sicht so flüchtig? Da kommt der Umstand ins Spiel, dass in beiden Anekdoten, die ich eingangs erzählt habe, die Berichterstatter allein waren. Kultur ist ein soziales Produkt. Eine Individualkultur gibt es ebensowenig wie eine Individualsprache. In der Spekulation, die ich hier durchspielen will, bedeutet das, dass einzelne Beobachter die Wirklichkeit ihrer Kultur nicht, oder nicht hinreichend stark, mit sich tragen können, um eine andere Kultur zu stören. Sie sind notgedrungen offen.

Sobald aber auch nur ein Zweiter dazu kommt, entsteht eine kulturelle Gemeinschaft. Schon der frühe Sozialphilosoph Jesus von Nazareth beschreibt diesen Prozess sehr treffend, durch den eine gemeinsame Wirklichkeit erschaffen wird: „Wo zwei oder drei von Euch in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Zwei oder drei treten in Resonanz. Sie erschaffen eine Wirklichkeitsblase. Diese behauptet sich in der fremden Kultur, und lässt deren Gesetze nicht zu.

 

Selbstverständlich ist diese Spekulation auf wissenschaftliche Weise ebensowenig zu testen, wie es die paranormalen Phänomene sind, die sie rechtfertigt. Das macht sie aber nicht weniger faszinierend, oder?

Zugegebenermaßen lässt sie auch Fragen offen.

Erstens: Ist nach kultureller Übereinkunft alles möglich? Fliegen, feuerspeiende Drachen, Transsubstantation, Auferstehung von den Toten? Oder gibt es doch gewissen Grenzen, die durch Naturgesetze – etwas wattigere Naturgesetze vielleicht, aber eben doch Gesetze – vorgeben werden? – Das können wir nicht wissen. Es ist ja sowieso alles Spekulation, und jeder Leser ist eingeladen, den Gedankengang nach seinem Gutdünken auszuspinnen. Die Beobachtung, dass sich bislang noch keine Kultur auf der Erde über gewisse physikalische Grenzen hinaus gewagt hat, lässt mich vermuten, dass es solche Grenzen gibt. Es wäre reizvoll zu spekulieren, welche Form sie haben.

Und zweitens: Warum gewinnt bei Konfrontation immer die abendländische Kultur? Warum genügt es, zu zweit zu reisen, um von jeglichen paranormalen Erlebnissen verschont zu bleiben, während sich zu zweit reisende Südafrikaner allem Anschein nach nicht telepathisch verständigen können? Auch dies weiß ich nicht. Aber die Erklärung, zu der ich neige, ergibt sich aus der Antwort auf die erste Frage. Wenn es nur einen begrenzten Spielraum für das kulturell Mögliche gibt, dann gibt es darin vielleicht auch eine kulturphysikalische Minimalausstattung. Eine Art Welt-Default, von dem Kulturen nur eine gewisse Spanne abweichen können. Die abendländische Zivilisation, die an nichts mehr glaubt, bleibt auf die kargen Basisgesetze zurückgeworfen. Doch weil diese Minimalwirklichkeit eben der gemeinsame Nenner ist, einigen sich im Konfliktfall alle Kulturen darauf.

Diese Spekulation ist eine Einladung zum Spintisieren. Und eine Einladung zum Träumen. Und eine Einladung zur Offenheit.

Und nicht zuletzt auch eine Einladung zum Abenteuer. Wer allein reist, kann ungeahnte Dinge erleben (denn die Welt ist nicht geheuer). Vermutlich wird sie ihm niemand glauben.

Macht das was?

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Einspruch, Euer Ehren! Physiker dürfen das wirklich!

Zu meinen Zweifeln an der physikalischen Theoriebildung haben mich Kommentare aus der einschlägig bewanderten Verwandtschaft (sozuagen der Bewandertschaft) erreicht. Mein Onkel Norbert Herrmann hat mir dankenswerterweise gestattet, seinen Kommentar hier zu veröffentlichen:

Hallo,

bevor sich die Missverständnisse noch weiter aufbauen, ein paar Worte zur Klarstellung bezgl. Konrads physikalischen Fragen und Antworten:

Viele werden sich aus der Schule noch an die Funktion f(x) = 1/x erinnern. Geht man für positive x gegen 0, so strebt der Wert der Funktion nach +unendlich. Setzt man negative Werte ein, so strebt bei Annäherung an 0 die Funktion nach -unendlich. Wir sagen daher in der Mathematik, dass diese Funktion im Nullpunkt singulär ist, sie hat im Nullpunkt eine Singularität.

Genau so verhält es sich mit den sehr komplizierten Differentialgleichungen, die Physiker zur Beschreibung der Welt verwenden. Die Lösung dieser Gleichungen hat leider bei -14.8 Millarden, dem vermuteten Ursprung, eine Singularität. Das bedeutet, die Lösung lässt sich auf diesen Anfang nicht anwenden, dort gibt es aus dieser Theorie  keine Aussage.

Das bedeutet nicht, dass die Physik falsch ist (oder gar die Physiker Dummköpfe!), sondern es sagt uns lediglich, dass die mathematischen Modellgleichungen nicht vollständig genug sind, um diesen Ursprung zu beschreiben. Deine Annahme, lieber Konrad, dass die Welt damals ein Punkt war, hast Du ja selbst durch Deine Überlegung widerlegt. Der Anfang ist leider noch unklar.

Das hat es schon immer so gegeben. Der Weg vom Rutherfordschen Atommodell über das Bohrsche Modell bis zu Schrödinger und Heisenberg ist genau so verlaufen, dass das mathematische Modell ständig verbessert werden musste, weil es in bestimten Bereichen nicht aussagekräftig war.

Und so suchen heute die Physiker im Verein mit Mathematikern nach besseren Modellen. Man vermutet, dass die Stringtheorie hier helfen kann, vielleicht auch eine M-Theorie, auch Symmetrie-Theorien werden betrachtet. Aber das ist alles sehr, sehr schwierig. Wir müssen die Zukunft abwarten. In meinem neuen Buch ‚Mathematik und Gott und die Welt‘, das am 1. Dez. auf den Markt kommt, habe ich auch zu diesem Themenkomplex einiges beigetragen und habe eine vielleicht überraschende Antwort auf die Frage: Was war eigentlich vor dem Urknall?

So ist es auch mit der Gravitation. Wir erleben doch gerade, dass Peter Ware Higgs für seine Vorhersage des Higgs-Teilchens vor 50 Jahren heute den Physiknobelpreis erhält. 50 Jahre hat das gedauert. Ein Teilchen zur Bestimmung der Gravitation wird erst seit ca. 10 Jahren experimentell gesucht. Geben wir den Physikern doch eine Chance und fragen in 40 Jahren, was sie gefunden haben.

Irrwissen 6 : Physiker dürfen das.

Widerspricht : Meistens Vernunft

Fachbereich: Physik

Bei meinen bisherigen Beiträgen in dieser Serie war es mir wichtig, mir meiner Sache sehr sicher zu sein. Keine Verschwörungstheorien, keine Pseudowissenschaften, kein esoterisches Geraune, kein „Das kann doch nicht sein.“ In jedem der fünf Fälle, die ich vorgestellt habe, irrt sich eine wissenschaftliche Disziplin offenkundig, nachweislich und unbestreitbar. Und dabei, das zu erkennen und zu akzeptieren, hilft es, dass in jedem Fall bessere Vorschläge vorhanden sind. Denn TINA – „there is no alternative“ – ist zwar kein sonderlich gutes Argument, aber trotzdem mächtig. In der übernächsten (und voraussichtlich letzten) Folge werde ich darauf zurückkommen.

Mit den drei Seltsamkeiten in der physikalischen Theoriebildung, die ich hier versammle, verhält es sich anders. Erstens scheinen die Physiker sich z.T. selbst sehr wohl bewusst zu sein, dass die Lage der Dinge unbefriedigend ist. Und zweitens ist mir keine bessere Alternative bekannt. Daher kann man niemandem einen Vorwurf machen. Aber zeigen, dass die Welt nicht so sicher ist, wie die Wissenschaft verspricht, kann man trotzdem.

a) Physik 1 : Urknall – Der unbewegte Beweger

Laut herrschender Kosmologie ist das Universum entstanden, als ein unendlich kleiner Punkt aus Energie / Materie (das war in dem Zustand dasselbe) explodiert ist – der sogenannte Urknall. Dabei entstanden die gesamte Energie und Materie des Weltalls, die dann begannen, sich zusammenzuballen, zu verdichten, zu kreiseln etc., bis am vorläufigen Ende ich am Schreibtisch diese Sätze tippe.

Aber ein Punkt ist in sich homogen. Er hat, mathematisch betrachtet, überhaupt keine Eigenschaften, aber wenn wir uns ihn physikalisch als ein materielles „Etwas“ vorstellen, dann muss er jedenfalls in alle Richtungen völlig gleich sein. Also gab es beim Urknall keine Ungleichmäßigkeiten. Das Universum flog auseinander wie eine perfekt kugelförmige Seifenblase. Es gab keine Unregelmäßigkeiten, die an einer Stelle zu Verdichtungen hätten führen können, an der Nachbarstelle aber nicht. Denn solche Unregelmäßigkeiten müssten ja eine Ursache haben – eine Ursache, die es in einem homogenen Punkt nicht geben kann. („Wir haben also gerade gezeigt, dass, wenn wir hier wären, wir nicht hier wären“, sagte Kublai Khan. „Und hier sind wir“, sagte Marco Polo. – Italo Calvino, Die unsichtbaren Städte).

Soweit ich weiß, „lösen“ die Physiker dieses Dilemma mit Hilfe von „Singularitäten“ im Quantenbereich. Nun gut, „nobody understands quantum mechanics“, und ich am allerwenigsten. Aber für mich als handfesten Naturwissenschaftler klingt „Singularität“ schon sehr nach: „Ein Wunder geschieht.“

b) Physik 2 : Dunkle Materie – “ . . . dann umso schlechter für die Fakten.“

Es ist schon erstaunlich, was andere Leute dürfen. Man stelle sich Folgendes vor: Im Jahre 1952 stellten Alan L. Hodgkin & Andrew F. Huxley das nach ihnen benannte mathematische Modell auf, um die Entstehung des Aktionspotentials am Riesenaxon des Tintenfischs zu beschreiben, das sie gemessen hatten. Angenommen, die Messwerte hätte mit ihren eleganten Differentialgleichungen nicht zusammengepasst, und sie hätten daraufhin „dunkle Ionen“ postuliert, die man nicht direkt beobachten kann, sowie, zusätzlich zu den sie antreibenden elektrischen und chemischen Gradienten, noch „dunkle Energie“, damit die Messwerte zu den Gleichungen passen. Hätten Hodgkin und Huxley dann, zusammen mit John. C. Eccles, im darauffolgenden Jahr den Nobelpreis bekommen? Schwerlich.

Physiker dürfen das. Die gemessene Rotation der Galaxien passt nicht zum dritten Keplerschen Gesetz. Bezweifelt man also die Gültigkeit der Keplerschen Gesetze zur Beschreibung der Rotation von Galaxien? Nein. Man nimmt an, dass es da draußen zusätzlich zur Materie, die wir sehen können, noch dreimal soviel „dunkle Materie“ gibt, die wir nicht sehen können, und von deren physikalischen, chemischen und sonstigen Eigenschaften wir nichts wissen. Und da zu allem Überfluss das Universum auch noch beschleunigt expandiert, was durch die sichtbare Materie nicht erklärbar scheint, wird ein weiteres Dreifaches an „dunkler Energie“ hinzugedichtet. Als redlich werkelnder Biologe, der sich an harte Fakten klammert, bin ich entsetzt.

c) Physik 3 : Teilchenphysik – leere Käfige im Zoo

Aber bei Physikern ist das anscheinend normal. „Wie oben, so unten“, und also steht es mit der Teilchenphysik wenig besser. Das Standardmodell braucht zwar nur die, und genau die, Teilchen, die bislang gefunden worden sind, kann aber nicht alles erklären, schon gar nicht die Gravitation. (Die durch sogenannte Gravitationswellen erklärt werden soll, die man, trotz millionenteurer Detektoren an mehreren Orten der Welt, noch immer kein einziges Mal beobachtet hat.) Also erfinden die Theoretiker andere Modelle: Die Stringtheorie mit ihren elf Dimensionen, die sich nicht beobachten und mithin nicht falsifizieren lassen. Oder die Supersymmetrie, die zu jedem Elementarteilchen, das gerade erst mit lieber Mühe entdeckt worden ist, noch ein symmetrisches Gegenstück postuliert. So dass wieder nur die Hälfte des Teilchenzoos empirisch vorhanden ist – immerhin eine bessere Quote als bei der dunklen Energie.

Ich habe, wie gesagt, keine besseren Vorschläge. Und ich glaube den Physikern, dass sie sich redlich darum bemühen. Aber das Vertrauen, das ich etwa den wackeren newtonschen Bewegungsgesetzen entgegenbringe, kann ich für die Astro- und Teilchenphysik leider nicht anbieten.